Die Ost und Nordseite der Insel bekam dadurch die Möglichkeit, an Handel und Seefahrt teilzuhaben. Eine Möglichkeit, die sich die Marstaller nicht entgehen ließen. Erikshale, der östliche Punkt, schuf Lee gegen die Ostsee und bildete einen natürlichen Hafen mit einer nicht unbedeutlichen Fischereiflotte. Der Herzog, dem dieser Teil der Insel gehörte, ließ den Pächter seines Gutes "Gudsgave" (Gottes Geschenk) landwirtschaftliche Produkte an Marstals Fischer verkaufen, aber man handelte aueh mit Waren von dort im Königreieh und in den Herzogtümern. Zu diesen hat man durch den Lauf (Rinne) zur Ostsee, der die Ursache für das Entstehen der Stadt war, leichten Zugang. Diese Rinne ist immernoch von großer Bedeutung und wurde im Laufe der Zeit für immer größere Schiffe vertieft.
Die sehr aktiven Marstaller waren häufig in Konflikt mit dem Gesetz. Eigentlich sollte der gesamte Handel in den Städten mit Handelsrecht vorgehen, ein Umstand, der einen lebhaften Schwarzhandel hervorrief, weil Marstal keine Handelsstadt war. Außerdem war die besondere Folge der Zugehörigkeit der Insel, daß Ærøschiffe als dänisch betrachtet wurden, wenn sie die Herzogtümer anliefen und im Königreich als herzoglich galten. Das bedeutet eine ganze Menge, was Hafenabgaben und Zollsätze betraf und stellte in Realität Ærø schlechter als z.B. Holländer, die laut Vertrag gleichberechtigt mit dänischen Schiffen segeln konnten. Was die Handelsstadtprivilegien anging, waren diese verhältnismäßig leicht zu umgehen, dieweil sie, auf Grund ihrer Monopolstellung, teuer im Handel waren und die Bauern mehr als willig waren, Bestimmungen zu umgehen, die ihnen ökonomisch zu Ungunsten waren. Folglich
beschwerte sich nicht nur Ærøs Kaufstadt über den Handel der Marstaller, eines Tages sandten auch sämtliche Kaufstädte von Lolland-Falster Klagen über die anmaßenden Schiffer der Stadt ein. Verständlich genug, denn im gleichen Takt wie Marstals Flotte explosiv wuchs, ging die Tonnage der anderen Städte nieder. Der Schwarzhandel war die Existentsgrundlage der Marstaller und dieser wurde deshalb von ihnen anerkannt und akzeptiert. Ein Umstand der bis 1729 dauerte, bis die Spitzenkräfte der Insel, Gudsgave und Søby Lehen an den König übergingen. Der mittlere Teil
Ærø geht erst 1750 dahin über und damit ist Ærø wieder gesammelt. Wieder nutzen die Marstaller ihre Vorzugsstellung, als anerkannte königliche Schiffe zu fahren, aus, zwei Jahrzehnte bevor die Schiffe der Kaufstadt unter den gleichen Privilegien segeln können. Im Jahre 1750 sah Ærø erheblich anders aus als heute. Die Gehöfte waren in Dörfer wie zu Arilds Zeiten gesammelt und die Äcker wurden nach veralteten, unsinnigen Methoden bestellt, die nicht dem
Standard der Landwirtschaft des übrigen Landes entsprachen. Die Bauern verarmten sehr unter dem Schwedenkrieg 1658-59, wo sie von den Besatzungstruppen grob ausgebeutet und ausgeplündert worden waren. Eine Katastrophe, die erst nach vielen Jahren bewältigt  werden konnte. Der größte Teil des alten, ærøschen Waldes war abgeholzt, aueh das waldreiche " Gudsgave" und das, was z.B. bei Vejsnæs übrig geblieben war, holzten die Schweden als Feuerholz ab. Sie hinterließen eine ruinierte Landschaft und machten auch nicht vor dem Holz der Gebäude halt.
Ein großer Teil der Äcker, ca. 875 Hektar, wurden von den vier Gütern im Frondienst bewirtschaftet, aber in den 1760gern trennte sich die Regierung davon und sie wurden, abgesehen von einigen großen Gehöften, in kleine Parzellen ausgestückt. Diese Grundstücke konnten von der lokalen Bevölkerung gemietet werden, d.h. sie wurden gegen eine jährliche Abgabe verkauft. Im Jahre 1767 wurden die Güter Gråsten und Voderup verkauft, die Gehöfte wurden abgerissen und im gleichen Jahr brannte Gudsgave nieder, deshalb wurde das dazugehörige Land im Jahr darauf ausgestückt. 1772 folgte dann Søbygård dieser Entwicklung, ein Teil des Landes verblieb doch beim Hof. Kurze Zeit später, in den 1770gern bewirkte die Bodenreform neue Veränderungen für die Landwirtschaft, viele Höfe wurden umgesiedelt und diese Neuordnung erbrachte für die Insel die Möglichkeit, mehr Menschen zu ernähren. Am 10. Januar 1787 schenkte der König alle Pachthöfe der Insel den jeweiligen Pächtern als freies Eigentum. Er hieß Christian VII und er wurde nach 1768 als offenbar wahnsinn betrachtet. Sein Leibarzt Struensee führte die Regierungsgeschäfte von 1770 bis 72, aber es war unter Ove HøeghGuldberg (1772-84) als die für Ærø so bedeutungsvolle Geste stattfandt.
Die günstigen Verhältnisse für Handel und Seefahrt um die Jahrhundertwende bedeuteten zugleich Erfolg für Marstal und Ærøskøbing, welche beide ihre Flotten erweiterten. Die Gestaltung Ærøskøbings wurde durch den brandenburger Stadtplan bestimmt, wo Marktplatz und Kirche im Zentrum lagen. Im Laufe der Jahre bekam die Stadt schöne Häuser für ihre gutgestellten Kaufleute und Amtmänner, die größtenteils in der Handelsstadt der Insel wohnten. Diese Häuser blieben bestehen und meisten davon stehen heute unter Denkmalsschutz. Etwas anderes ist der Stadtplan oder das Fehlen desselben in der stark expandierenden Seemannsgemeinde am östlichen Ende der Insel.