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Die Bewohner Ærøs sind wie eine Geschwisterschar. Sie können untereinander uneinig sein, halten aber zusammen, wenn von Außen ein Gefahr droht. Die interne Debatte trägt dazu bei, Farbe in den Alltag zu bringen und die Inselbewohner sind von Ort zu Ort verschieden. Es gibt wesentliche sprachliche und kulturelle Unterschiede und auf der Insel selbst bilden wechselnde Landschaften den naturschönen Rahmen um Landwirtschaft und Stadtleben.Eine Insel
darf nicht mit einer Brücke oder einem Damm mit dem Festland verbunden sein, sondern muß mit einem Schiff erreicht werden können; das Gefühl für "Insel" verschwindet, wenn man sie über eine Brücke anfahren kann!
Die Insel und ihre Bewohner tragen dazu bei, Ærø als eine gemischte Vielfalt erscheinen zu lassen. Die Geschichte der Insel trägt das ihre dazu. Vielleicht ist dieses sogar mit der verwirrten Vorzeit der Insel zu erklären.
Der Mensch hat durch die Zeiten immer zu Ærø gehört. Einige der frühesten Spuren unserer Ahnen in Dänemark wurden hier auf der Insel gefunden. Als die enormen Eismassen der Eiszeit sich vom Land zurückzogen, rief die lebensspendende Sonne einen schwachen Bewuchs hervor. Das war ideal für Rentiere, welche wiederum Jäger anzogen. Vor mehr als 11.000 Jahren streifte eine Horde von diesen auf Ærø herum und ein Beweis für ihre Anwesenheit ist ein Depot von Pfeilspitzen, die bei Ommelshoved niedergelegt waren. Diesen Fund kann man heute in Marstal's Seefahrts Museum in der Altertums Sammlung unter vielen anderen Beweisen der Anwesenheit von Menschen auf der Insel durch viele Jahrtausende besichtigen.Ein Dutzend Grabhöhen auf der Insel sind ein kleiner Ausschnitt der mindestens 250 ærøischen Grabhöhen, die man konstatiert hat. Ein Zeichen aus der Vorzeit, daß die Insel schon immer relativ dicht bevölkert war.
Ein anderes, sichtbares Erkennungsmerkmal vorzeitlicher Aktivitäten sind die vielen Wallanlagen. Diese Verteidigungsanlagen, welche zum Teil um 1100 als Schutz gegen die Wenden angelegt wurden, welche von ihrer Heimat, der deutschen Nordküste, auf Raubzüge gingen. Die Wenden wurden selbst vom Süden bedrängt und nahmen ihre Raubzüge im Süden des Reiches mit solcher Gründlichkeit vor, daß manche Gegenden nach ihrer Anwesenheit verödet dalagen. Die Einwohner wurden beraubt, gebrandtschatzt und sofort niedergeschlagen, wenn sie nicht gehorchten. Viele wurden zu Sklaven genommen und ganze Städte verbrannt. Nur wenige Stellen boten wirklichen Wiederstand, anderorts schlugen die Wende sich nieder welches verschiedene Ortsnamen erahnen lassen. Auf Ærø ist Vindeballe vermeintlich von diesen ungebeten Eindringlingen angelegt worden. Noch einige Jahre nachdem die Burg Arkona auf Rügen, wo der Tempel des Gottes Svantevits lag, nach dem siegreichen Zug Valdemars des Großen und Bischof Absalons im Jahre 1167, gefallen war, griffen die Wenden wieder und wieder den Süden Dänemarks an. Zu diesem Zeitpunkt hatte Ærø inzwischen schon gute Verteidigungsanlagen wie die von Søbygård, die große, nun totalverschwundene Burganlage bei Gråsten Nor bei Trappeskov und eine dritte, starke Festung lag bei Stokkeby Nor.Ærø lag ziemlich ausgesetzt und deshalb mußte die Insel befestigt werden. Eine Tatsache, die bewirkte, daß die Köngismacht sich auf der Insel engagierte und es ist wahrscheinlich, daß von diesem Zeitpunkt die Insel königliches Privateigentum wurde. Das bekam merkbare Folgen, weil der König nach Lust und Laune darüber verfügen konnte. Er konnte Teile seines Privateigentums verschenken, Landstücke konnten durch Geschlechter vererbt werden, im Gegensatz zu den Gütern der Krone, welche dem jeweils regierenden König gehörten.Kurzgesagt gab es dadurch Möglichkeiten, mit Ærø zu jonglieren und das geschah auch. Zwei Jahrzehnte nach dem Fall von Svantevits bekam ein guter Freund König Valdemars einen großen Teil der Insel, doch nur für kurze Zeit, da die ehemaligen Freunde uneinig wurden. Langfristiger war die Zugehörigkeit zu den brandenburgischen Marktgrafen, die die Insel 1232 als Mitgift erhielten.Die Brandenburger errichteten Städte in ihren Gebieten und wahrscheinlich waren sie es, die Ærøskøbing in der Mitte des 13. Jahrhunderts angelegt haben. Der Grundriß der Stadt ist der gleiche wie der Städte, die die Brandenburger zur gleichen Zeit in Norddeutschland errichteten. Die brandenburger Zeit fand ihren Abschluß, als Laurids Jonsen, ein Ritter des Königs, 1315 die Insel bekam. Von 1331 gehörte sie dann Graf Gert und bis 1864 gehörte Ærø meistenteils südjütlandschen Herzogtümern an. Damit war Ærø unter dänischer Flagge, auch nach 1864, wo die Nachbarinsel Als von Deutschen besetzt wurde. Die Zeit unter den Herzogtümern bekam weitreichende Folgen durch die Teilung der Insel 1634 in vier Teile und ein Jahr später in drei Herzoglinien. Am bemerkenswertesten war der Zusammenbruch von Ærøskøbing, trotzdem man versprochen hatte, die Privilegien der Kaufstadt beizubehalten.
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