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Hier war der Hafen das Zentrum für die Erstellung von Gebäuden und er lag genügend beschützt von Sandlandzungen und im natürlichen Lee sodaß er im Großen und Ganzen keinen besonderen Aufwand erforderte. Aber im Takt mit der wachsenden Flotte von Segelschiffen begann man 1825 mit der Erbauung einer gigantischen Mole an der alle Marstaller freiwillig teilnahmen. Ein Bauwerk, das Hafenplätze und Kaianlagen mit sich führte und das Marstal sein
heutiges Profil gab. Die Stadt wuchs nicht um einen Markt oder eine Kirche, die Häuser wurden einfach längs der Fußwege, die zu den Anlegestellen führten, gebaut.
Allmählich, mit dem Wachstum der Stadt, wurden quergehende Ringwege angelegt und die gedrängten Platzverhältnisse bewirkten, daß die Häuser etwas zufällig plaziert wurden. Die bescheidene Seefahrerbevölkerung erstellte keine großen, prunkvollen Gebäude und deshalb gibt es keine Häuser unter Denkmalsschutz in der Stadt. Marstal zeichnet sich durch seinen gescheckten, unzivilisierten Baustil mit einer farbenfreudigen Charme aus.Im Hinblick auf die Seefahrt bestimmte Marstal das Bild. 1864 Wurden die uralten Verbindungen zu den Herzogtümern und Südjütland gekappt. Die Insel wurde ins Königreich eingegliedert und die Herzogtümer zum Ausland. Die umfangreiche Schiffahrt in diesem Teil der Ostsee erlitt dadureh erhebliche Einbußen, die doch nicht den Untergang Marstals bedeuteten. Man richlete den Blick nach außerhalb, schaffte größere Schiffe an und die Fahrt der Marstalschoner auf allen 7 Meeren wurde Wirklichkeit. Die Jagt, ein kleiner, rundlicher Einmaster, die bis dahin fast alleine vorherschte, wurde nach und nach mit Zweimastschonern und Schonerbriggen ergänzt und die Jagten zu Galeasen verlängert. Von den 1880gern ging man weiter zu Dreimastern, die Barkentinen wurden auf der Südamerikaroute eingesetzt und die karakteristisehen jagtgeformten Rümpfe waren häufige Gäste in den Hafenstädten in aller Welt, Werft neben Werft wurde angelegt, sodaß es zu einem Zeitpunkt 7 davon gab. In den 1890gern erreichte die Flotte ihre größten Ausmaße mit ungefähr 350 Segelschiffen, ein begeisternder Anblick im Hafen und ein wichtiger Teil der Ökonomie der Stadt. Der erste Weltkrieg stopte den Optimismus und änderte Marstal's glorreiche, maritime Traditionen. 42 Schiffe von Ærø sanken und 53 Seeleute kamen dabei um.Ein neues Phänomen war im Anzug die Dampfsehiffe. Die Zeit zwischen den Kriegen war ein ständiger Kampf ums Überleben, die Segelschiffe wurden von den Dampfschiffen verdrängt. Nur die Neufundlandfahrt blieb für die Segelschiffe zurück. Eine große Flotte von zwei und dreimastigen Marstalschonern segelten von diesen Gebieten aus zu der langgestreckten Labradorküste und Neufundland. Dort blieben die kleinen Schoner und deren Besatzungen bekannter als in dem Land, aus dem sie kamen. Aber viele der gut hundert Marstalschoner, die von der Jahrhundertwende bis zu den 1930gern den Wellen getrotzt hatten, wurden zur Beute des Meeres. Die Natur ist barsch, aber die Taten der Menschen sind es nicht weniger. Der 2. Weltkrieg kostete 84 Männern und Knaben der kleinen Seefahrtsgcmeinde das Leben. Trotzdem hat sich die Insel in der dänischen Seefahrt zu behaupten gewußt. Mehr als ein Fünftel der dänischen Coasterflotte ist in Marstal zuhause und eine der drei Navigationsschulen des Landes bildet immernoch einen Grundpfeiler in der Stadt und der Existens der Insel. Die Fischerstadt Søby hat auch ihren Anteil an Ærøs neuerer Geschichte. Deren Schiffswerft ist der größte Arbeitplatz der Insel und der Hafen ist immernoch in der Entwicklung. Ein optimistisches Zeichen für Ærøs Zukunft.
Erik B. Kromann
Museumsdirektor
Marstal Schiffartsmuseum
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